Ich
werde im Ausland immer wieder angesprochen: „Kannst Du mir helfen
nach
Deutschland zu kommen? ...um zu studieren, zu arbeiten,
in ordentlichen
Verhältnissen zu leben“.
Meine
Antwort darauf ist immer wieder: „Ich bin gekommen, um Euch zu
helfen, damit
Du in Deiner Heimat bleiben kannst und willst;
bitte helfe auch Du dabei“.
Zum
Ende des Jahres möchte ich Ihnen/Euch wieder über den Stand
der Projekte und Aktivitäten berichten. Ich will neben
Projektergebnissen über
Beobachtungen und Eindrücke in den besuchten Länder berichten. Sie
können
selbstverständlich nur meine persönliche Meinung wiedergeben.
Inhalt:
3.
Hilfen für vom Tsunami geschädigte Kinder und Jugendliche in Sri Lanka
4.
Sportprojekte in Frankfurt (mit Hilfe des Arbeitskreises
„Erfahrungswissen für
Initiativen“)
Können
Sie sich vorstellen: Albanische und serbische Volksgruppen in
Südserbien (je
ca. 50 % der Bevölkerung), die noch vor 6 Jahren Krieg gegeneinander
geführt
haben, die in verschiedenen Gemeinden leben und deren Kinder in
unterschiedliche Schulen gehen, spielen und tanzen plötzlich wieder
miteinander. Grund dafür
ist eine im Jahre 2005 innerhalb
weniger Monate geplante und erstellte „internationale“ Sportanlage, die
auch
für open-air-Veranstaltungen genutzt wird.
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Ich
konnte mit Hilfe diverser Sponsoren und Spendern aus Deutschland und
einer
serbischen „Friedensfachkraft“, die ebenfalls viele Spenden sammelte
und
Mitarbeiter gewann, dabei helfen, dass sich die Menschen in dieser sehr
armen
Region wieder näher kamen. Es zeigt sich damit, dass sie bereit sind
unter der
Anleitung von Fachleuten auch tiefe Gräben zu überwinden und
insbesondere für
die Zukunft ihrer Kinder
gemeinsam tätig zu werden. Engagiert haben sich dabei auch die Kirchen:
Die
Kontrolle und Pflege der Anlage wird auf Anregung des moslemischen Iman
und des
serbisch-orthodoxen Priesters von einem albanisch-serbischen Rat
vorgenommen.
Tägliche
Praxis ist es, dass albanische und serbische Kindergärten, Schulen,
Jugendclubs
und auch Erwachsene auf der Sportanlage gemeinsam spielen, trainieren,
Mannschaften bilden und dabei die Regeln des Sports beachten.
Inzwischen wurde
auch bereits der erste Kinder-Spielplatz mit Schaukeln, Wippen und
Rutschen
(nach meinen Vorgaben) gebaut und eingeweiht. Weitere solcher
Spielplätze und zwei
Sportanlagen sollen 2006 folgen.
Spiel
und Sport trägt damit zur Konfliktbewältigung
und Friedenserhaltung bei. Das ist gerade jetzt sehr wichtig, da
die
Verhandlungen über die Zukunft des Kosovo (5 km entfernt) begonnen
haben und
deren Ergebnis auch für die gesamte Grenzregion von großer Bedeutung
sein
werden.
Das
Land hält regelmäßig mit großen Siegesfeiern und Heldenberichten die
Erinnerung
an den 1. und 2. Weltkrieg wach; von
Versöhnung ist dabei offensichtlich nicht die Rede. Das Land pflegt
außerdem
wenige Kontakte zur EU und isoliert sich zunehmend, wie auch der
deutsche
Botschafter kritisch anmerkte. Das wirkte sich auch auf die
Zusammenarbeit
zwischen den nationalen olympischen Komitees aus, die leider nicht
zustande
kam.
Erfreulich
ist aber der Kontakt zum SOS-Kinderdorf. Ich konnte für dessen
Sozialzentrum,
das sich vorbildlich um krebskranke Kinder aufgrund der Verstrahlung
aus dem
Atomreaktor Tschernobyl kümmert, verschiedene Psychomotorik-Geräte
mitbringen.
Der
Volksbund Deutscher Krieggräberfürsorge konnte es 2005 endlich
erreichen, den
ersten deutschen Soldatenfriedhof in diesem Land bauen zu dürfen
(vergleichsweise befinden sich in der Obhut des Volksbundes heute 806
Krieggräberstätten in 43 Staaten mit fast 2 Millionen Kriegstoten aller
Nationalitäten). In einem Bezirk Weißrusslands durfte die Suche,
Ausgrabung und
Umbettung von Gebeinen gefallener deutscher Soldaten erfolgen. Dabei
konnten
viele Identifizierungen erfolgen und die Angehörigen informiert werden.
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Besonders
leidtragend sind nach wie vor Kinder und Jugendlichen. Viele Schulen, Kindergärten sowie Jugend- und
Behinderten-Einrichtungen sind zerstört, bzw. völlig überfüllt. Ich
besuchte
z.B. ein Schule ca. 10 km im Landesinneren, die z.Zt.
1.500 Schüler hat
und die trotz völlig unzureichender Räumlichkeiten täglich
weitere
Kinder und Jugendlichen aufnehmen muss, die in einer nahen
Tsunami-Siedlung für
200 Familien angesiedelt werden. Es bestehen keinerlei Spiel- und
Sportmöglichkeiten. Bei einem zweiten Besuch in der Schule konnte ich
inzwischen
angefertigte Fußball-, Handball-Tore, ein Volleyballnetz und viele
Bälle
mitbringen. Außerdem hat ein städtischer Fußballclub erklärt, eine Patenschaft mit Trikotspenden,
Trainingsunterstützung und Spieleinladungen zu übernehmen.
Auch
besuchte ich drei Einrichtungen für behinderte Kinder. Das Leid ist
unvorstellbar. Eine deutsche Hilfsorganisation beabsichtigt, wie ich mit dem dort tätigen Therapeuten im
Einzelnen abstimmen konnte, verschiedene Psychomotorik-Geräte im Januar
dorthin
zu bringen. Für Ballspiele haben wir bereits Korbballanlagen und
Minitore
angefertigt und übergeben.
Unterstützt
wurde ich von Holger Obermann, Journalist und Entwicklungshelfer, der
meinen
Aufenthalt bestens vorbereitete, und der
parallel diverse Trainerlehrgänge im Auftrag der FIFA
durchgeführt hat.
Gemeinsam konnten wir die von „meinen“ fleißigen Handwerkern erstellten
vielfältigen Spiel- und Sportgeräte und – erstmals in Sri Lanka – eine
Kleinfeldsportanlage für Kinder und Jugendliche übergeben.Großes
Interesse fand auch die Video-Kassette mit
Sportanleitungen diverser Sportarten.
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4.
Sportprojekte in Frankfurt (mit Hilfe des Arbeitskreises
„Erfahrungswissen für
Initiativen)
Nach
dem Projekt mit deutsch-türkischen Kindern im KiZ Gallus im letzten
Jahr konnte
dieses Jahr mit zweisprachigen russisch-stämmigen Jugendlichen und
deren
Pädagogen des Vereins „deutsch-russische Jugend e.V.“ in Frankfurt ein
weiteres
Projekt durchgeführt werden. Die Jugendlichen halfen mit, die vom
Deutschen
Fußball Bund zur Verfügung gestellten Videos und vom SOS-Kinderdorf in
Weißrussland übersetzten Texte in russisch und deutsch zu vertonen, und
lernten
dabei gleichzeitig interessante Fußballtechniken
und Tricks kennen. Abschließend erhielten sie eine gebrannte DVD mit
den
Ergebnissen der gemeinsamen Arbeit.
Im
katholischen Kindergarten St. Hedwig in Frankfurt konnten verschiedene
Sportgeräte und regelmäßige Turnstunden nach dem Motto „mehr Bewegung
in den
Kindergarten“ eingeführt werden.
Die
Sportanleitungen über Muskeltraining wurde von der „Kinder- und
Jugendhilfe,
Frankfurt e.V.“, die straffällige Jugendliche betreut, übernommen und
für Kurse
und diverse Aktivitäten genutzt.
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