Sportstätten- und Sportgerätebau
in Sri Lanka

Bericht über den Bau einer Sportanlage und die Installation von diversen Sportgeräten mit Modellcharakter in dem vom Tsunami beeinträchtigten Distrikt Kalutara in Sri Lanka.
Das Projekt wurde im Rahmen des UN-Jahres des Sports vom Bundesministerium des Inneren (BMI) unterstützt und durch das Nationale Olympischen Komitee für Deutschland durchgeführt.

Einleitung

Vom 30.10. bis 13.11.2005 hielt ich mich in Kalutara in Sri Lanka auf.
Holger Obermann hatte im Auftrag des NOK für Deutschland den Aufenthalt ausgezeichnet vorbereitet und entsprechende Kontakte geschaffen.

Aufgabenstellung war es, mit einfachen und billig zu beschaffenden Materialien Sportstätten und Sportgeräte – die nachgebaut werden können - für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die vom Tsunami geschädigt wurden.

Kalutara wurde von der Tsunamiwelle besonders im Küstenbereich stark beschädigt. Insbesondere haben viele Familien, die im Strandbereich arbeiteten oder wohnten ihr Haus und Hab und Gut verloren. Sie leben zum Teil heute noch in provisorischen Hütten oder Zelten oder sind ins Landesinnere zu Familienangehörigen oder Freunden gezogen. Das heißt gleichzeitig auch, dass nicht nur die unmittelbar betroffenen Menschen sondern darüber hinaus weit mehr Menschen und Familien von dem Tsunami und seinen Auswirkungen beeinträchtigt sind.





Strandbereich von Kalutara.

Die Menschen leben noch immer in den  blauen UN-Zelten.

An anderer Stelle werden mit Hilfe von in- und ausländischen Hilfsorganisationen neue Häuser gebaut

Rund um Kalutara ist ein rege Bautätigkeit von sogenannten Tsunami-Häusern und entsprechenden Siedlungen im Gange, u.a. finanziert von in- und ausländischen Hilfsorganisationen oder Sponsoren.

Die Auswirkungen des Tsunmai auf den Spiel- und Sportbereich sind in Kalutara und insbesondere der sehr armen ländlichen Umgebung dieses „Entwicklungslandes“ deutlich sichtbar:

        -    die Schulen sind wegen der Zerstörung verschiedener Schulen im Strandbereich überfüllt,

        -    Kinder-, Jugend- und Behinderten-Einrichtungen sind ebenfalls überfüllt,

        -    Spiel- und Sportbereiche am Strand sind zerstört oder beschädigt bzw. können nicht mehr wegen der Veränderungen des Strandbereiches aufgrund der
              Tsunamiwelle genutzt werden und

        -    es war auffallend, dass viele Kinder und Jugendliche ungewöhnlich ernsthaft und verunsichert wirkten, was möglicherweise auf die Tsunami-Ereignisse in
             diesem Land zurückzuführen ist. 

Organisation

Unmittelbar nach Ankunft wurde das zentrale Sportgelände in Kalutara besichtigt, das täglich von allen Altersgruppen genutzt wird. Es sind lediglich große Fußballtore vorhanden, gleichzeitig gibt es aber verschiedene Nebenflächen. Diese für einen Beach-Volleyballplatz mit Weitsprunggrube und Basketballplatz geeigneten Flächen sollen jedoch nicht bebaut werden, da hier in absehbarer Zeit Clubhäuser entstehen werden. Auch eine Halle soll auf dem Gelände entstehen, d.h. dass alle zu installierenden Geräte transportabel sein mussten.





Links:
Großfeld-Sportanlage in Kalutara mit neuer Tribüne

Mitte: Schule für 1.500 Schüler ohne Sporteinrichtungen

Rechts: Behinderten-Einrichtung Sukitha-Home

Ca. 15 km von Kalutara entfernt wurde außerdem eine Schule für 1.500 Kinder und Jugendlichen in der sehr armen Gemeinde Halkandawila besucht, die keinerlei Spiel- und Sportmöglichkeiten besitzt. In dieser Gemeinde wird z.Zt. eine Siedlung für ca. 200 vom Tsunami geschädigte Familien gebaut. Die Kinder werden suksessive in die bereits überfüllte Schule eingegliedert.

Im Strandbereich wurde der „Beach-Soccer-Club“ besucht, dessen Sportanlage stark beschädigt wurde.

Es wurden darüber hinaus 3 (überfüllte) Einrichtungen für ca. 200 Kinder, Jugendlichen und Behinderte besucht. Sie kommen alle aus sehr armen Verhältnissen und es ist den Familien nicht möglich ihre Kinder finanziell zu unterhalten bzw. zu pflegen. Die Einrichtungen haben fast keine Spiel- und Sportmöglichkeiten.

Außerdem wurde ein (überfülltes) Waisenhaus mit 108 Kinder und Jugendlichen in Kalutara besucht, das eine Basketballanlage besitzt.

Gemäß den von Holger Obermann genannten Anforderungen wurden in Deutschland die folgenden Sportmaterialien  gekauft und per Luftfracht nach Sri Lanka gebracht:

        2 Netze aus Herkulus-Tauwerk für Kleinfeldtore (3 x 2 m)

        2 Kopfball-Pendelbälle

        4 Swingbälle

        1 Volleyballnetz

        1 Basketball-Kettennetz

        4 Korbball-Aufsätze

Durchführung

Der Vize-Präsident der Fußballliga Kalutara vermittelte einen Raum als Werkstatt, in der in der ersten Woche zwei und in der zweiten Woche 4 Mitarbeiter tätig waren sowie zwei leistungsstarke Schweißgeräte zur Verfügung standen. Mit Wasserleitungsrohren, die örtlich eingekauft werden konnten, wurden sehr robuste Spiel- und Sportgeräte hergestellt.

Parallel wurde mit den o.g. Einrichtungen der wichtigste Bedarf an Spiel- und Sportgeräten beraten und festgelegt.

Meine Aufgabe war es, täglich den Mitarbeitern der Werkstatt detaillierte Anleitungen zum Bau der Geräte zu geben und die ordnungsgemäße Ausführung zu überwachen.





Die Handwerker bei der Arbeit und beim Transport der Geräte

Rechts:  Die Handwerker und Organisatoren bei der Abschlußfeier


Es wurden die folgenden Sportplätze angelegt und Sportgeräte erstellt, die gemeinsam mit den Materialien aus Deutschland sowie verschiedenen Materialien, die in Sri Lanka gekauft wurden, installiert wurden:

Sportanlage Kalutara

        -    Vermessung eines Fußball- und Handball-Kleinfeldes (40 x 20 m), Erstellung und Installation von zwei Kleinfeldtoren (3 x 2 m) in Bodenhülsen,
              Anbringung der aus Deutschland mitgebrachten robusten Netze

        -    Erstellung und Übergabe von zwei Minitoren (1,20 x 0,80 m) mit Gitternetz

        -    Erstellung und Übergabe einer Torwand (nach ZDF-System)

        -    Erstellung und Installation von zwei Kopfballpendel (4,50 m Höhe, 1,65 m Ausladung) und Anbringung der aus Deutschland mitgebrachten Pendelbälle

        -    Übergabe und Erläuterung der aus Deutschland mitgebrachten 4 Swingbälle

        -    Veranstaltung eines Spiel- und Sportfestes zur Eröffnung der neuen Spiel- und Sportmöglichkeiten am 12.11. mit ca. 200 Kinder und Jugendlichen, vieler
              Funktionäre und der örtlichen Presse





Links:
der neue Fußball- und Handball-Kleinfeld-platz mit dem robusten Netz

Mitte: Blick durch die (ZDF-)Torwand

Rechts: Die Kinder und Jugendlichen sind begeistert




Links:
Holger Obermann, Klaus Blessing mit Kindern vor dem Thank You –Transparent für das NOK

Mitte: die Korbballständer

Rechts: die Swingbälle waren eine Attraktion

Schule für 1.500 Schüler in Halkandawila

        -    Erstellung und Übergabe von zwei Kleinfeldtoren (3 x 2 m) mit Bodenanker

        -    Erstellung und Übergabe von zwei Minitoren (1,20 x 0,80 m)

        -    Übergabe des aus Deutschland mitgebrachten Volleyballnetzes (Volleyballstangen sind vorhanden)

        -    Übergabe eines in Sri Lanka gekauften Volleyballes

        -    Übergabe der in Sri Lanka gekauften Tornetze

        -    Übergabe von 5 Fußbällen durch den Vize-Präsidenten der Fußballliga Kalutara aus deren Bestand mit dem Versprechen, eine Patenschaft (z.B. Stiftung
              von Trikots, Einladung zu Training und Spielen, Ausbildung des Sportlehrers) mit der Schule einzugehen

        -    Veranstaltung eines Spiel- und Sportfestes zur Eröffnung der neuen Spiel- und Sportmöglichkeiten am 11.11. mit ca. 1.000 Kinder und Jugendlichen





Links:
der großartige Empfang mit Musik

Mitte: die Jugendlichen vor dem Kleinfeldtor

Rechts: Die Kinder üben sich im Zielschießen auf das Minitor

Waisenhaus Marcsi in Kalutara

        -    Es wurde das Basketball-Kettennetz übergeben; ein zweites Netz soll örtlich angefertigt werden (beide Basketballkörbe waren ohne Netze)

Beach-Soccer-Club Kalutara

        -    Es wurde festgelegt, die defekten Fußballtore neu zu schweißen, im Boden zu verankern und anzustreichen

Kinder-, Jugend- und Behinderteneinrichtungen

        -    Erstellung und Übergabe eines Minitores (1,20 x 0,80 m) sowie einer Korbballanlage (Aufsatz aus Deutschland, Ständer hergestellt) einschließlich eines in
              Sri Lanka gekauften Balles an eine Einrichtung (Sukitha-Home)

        -    Erstellung und Übergabe von zwei Korbballanlagen einschließlich eines in Sri Lanka gekauften Balles an die zweite Einrichtung (Sukitha-Vocational
              Trainings-Centre)

        -    Erstellung und Übergabe einer Korbballanlage an die dritte Einrichtung (Papa-Mama-Home) einschließlich eines Balles


Schlußbemerkung

Die 16 erstellten Spiel- und Sportgeräte und das Kleinspielfeld sowie die aus Deutschland mitgebrachten Materialien haben für Sri Lanka Modellcharakter. Insbesondere wurden die robusten Tornetze aus Herkulus-Tauwerk und die Swingbälle stark beachtet.