Einleitung
Der Unterzeichner hielt sich vom 3. bis 20. Oktober 2007 in Eritrea auf, um robuste Sportgeräte für eine Sportanlage mit Modellcharakter anzufertigen sowie Spiel- und Sportanleitungen einschließlich Materialien zur olympischen Erziehung in Schulen zu übergeben und zu erläutern.
Das Projekt wurde durch das Olympische Komitee von Eritrea beantragt und im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes durch Mittel des Auswärtigen Amtes ermöglicht.
Der Besuch war durch den DOSB ausgezeichnet vorbereitet. Gleichzeitig
hielt sich der Soccer Instructor – Coach und FIFA/DFB Instructor Herr Jochen
Figge in Eritrea auf, der bereits zum 2. Mal dort tätig war, und somit
wichtige Hinweise geben und Kontakte vermitteln konnte. Auch mit der deutschen
Botschaft in Asmara wurden zu Beginn und während des Aufenthaltes
Informationen ausgetauscht und mit dem Botschafter, Herrn Alexander Beckmann,
ein ausführliches Abschlussgespräch geführt.
Organisation des Kurzzeitprojektes
Das „Eritrean National Olympic Committee“ hatte in Abstimmung mit der „Eritrean Sport Commission“ und der „Northern Red Sea Regional Administration“ festgelegt, dass der Sportgerätebau für eine Sportstätte in der Kleinstadt Ghinda (zur Northern Sea Region gehörend) erfolgen sollte. Es stand deshalb ein Fahrer der Northern Red Sea Region für alle Fahrten in Asmara und nach Ghinda zur Verfügung. Gleichzeitig wurde ein Mitarbeiter der „National Union of Eritrean Youth and Students“ als ständiger Helfer und Übersetzer zugeordnet. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Personen und Organisationen war reibungslos.
![]() |
![]() |
![]() |
Bei dem ersten Besuch in Ghinda kurz nach der Ankunft in Eritrea wurde gemeinsam mit den Verantwortlichen der o.g. Organisationen sowie den Vertretern der Stadt Ghinda einvernehmlich als Standort der Sportanlage eine Elementar- und Junior-Schule mit 3.000 Schülern (Alter zwischen 6 und 14 Jahren) festgelegt, in der es bisher keinerlei Spiel- und Sportmöglichkeiten gab. Der Direktor und die Sportlehrer der Schule waren sehr interessiert und versprachen ihre Mitarbeit.
Seitens der Northern Red Sea Regional Administration wurde das Gelände planiert, was aber wegen Regen unterbrochen werden musste. Es wurde zugesagt, diese Arbeit fortzusetzen.
Für die Anfertigung der robusten Sportgeräte wurden verschiedene
Materialien von Deutschland nach Eritrea auf den Weg gebracht. Dabei handelt
es sich neben Bällen insbesondere um Material für die Basketballanlage,
Tornetze und ein Volleyballnetz.
Durchführung des Sportgeräte- und Sportstättenbaus
Die Anfertigung der Sportgeräte erfolgte in Asmara. Es wurden Angebote von 3 Werkstätten eingeholt und entschieden, in zwei Werkstätten parallel arbeiten zu lassen.
Erstellt wurde eine Basketballanlage bestehend aus zwei Basketballpfosten, die mit den mitgebrachten Spielbrettern (1,20 x 0,90 m), Basketballringe und Kettennetze fest verbunden wurden. Außerdem wurden zwei spezielle Volleyballpfosten angefertigt. Für die Bolzplatztornetze mit Stahleinlage wurden zwei Fußball-/Handball-Tore (3 x 2 m) angefertigt, mit denen die Netze fest verbunden wurden. Darüber hinaus fertigte man zwei Minitore (1,20 x 0,80 m) an.
Alle Arbeiten wurden täglich in den Werkstätten überwacht und von diesen sehr ordentlich ausgeführt.
![]() |
![]() |
![]() |
Die fertig gestellten Basketball-, Volleyballanlagen und Kleinfeldtore transportierte man von Asmara nach Ghinda .
In der Elementar- und Junior-Schule wurden ein Basketballplatz (26 x 12 m) ausgemessen, der gleichzeitig auch als Volleyballplatz genutzt werden soll. Die Posten für das Volleyballnetz sind außerhalb des Basketballfeldes vorgesehen. Außerdem wurde ein Fußball-/Handballfeld (40 x 20 m) vermessen und gleichzeitig markiert, wo die einzelnen Sportgeräte einbetoniert werden sollen.
Die Jugendlichen der Junior-Schule gingen gemeinsam mit ihren Lehrern und anderen Helfern an die Arbeit, um die erforderlichen Löcher zu graben, die Sportgeräte dort einzusetzen und mit Steinen vorläufig zu verankern. Abschließend betonierte man die Basketball- und Volleyballpfosten sowie die Tore ein.
![]() |
![]() |
![]() |
Eröffnung der Sportanlage in Ghinda, Schulen in Asmara
Am 19.10.2007 erfolgte die Eröffnung der Sportanlage in der Elementar- und Junior-Schule in Ghinda. Aus Asmara und Massaua waren verschiedene Gäste angereist und auch die Administration von Ghinda war anwesend.
Die Kinder und Jugendlichen der Schule spielten zunächst Fußball.
Danach traten im Volleyball jeweils Teams der Lehrer, der Mädchen
und Jungens gegeneinander an. Basketball konnte zunächst nur eingeschränkt
gespielt werden, da wegen der Festigkeit des Betons die Pfosten noch unterstützt
waren.
Seitens des Direktors, der Gäste und dem Unterzeichner wurden
kurze Dankesreden gehalten und Geschenke übergeben.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Nach der Eröffnung besuchten wir gemeinsam mit Mitarbeitern der National Union of Eritrean Youth and Students weitere Schulen in Asmara. Einer Elementar-Schule konnten Minitore und ein Ball übergeben werden. Eine Mittelschule, in der es bereits ein Basketballfeld und ein Fußball-/Handball-Kleinfeld gab, freute sich über die mitgebrachten Netze.
![]() |
![]() |
![]() |
Olympische Erziehung in Schulen
Gemeinsam mit dem Präsidenten des Eritrean National Olympic Committee und Mitarbeitern der National Union of Eritrean Youth and Students wurden Informationsveranstaltungen über die olympische Erziehung in Schulen durchgeführt. Dabei wurde auch eine DVD über eine Schülerolympiade einschließlich entsprechender Beispiele und Texte gezeigt, erläutert und übergeben. Die Texte sollen in die einheimische eritreische Sprache übersetzt werden.
Darüber hinaus wurde eine DVD mit Basis-Informationen zu verschiedenen Sportarten und sogenannten „Kleinen Spielen“ für die Gestaltung des Sportunterrichts an Schulen und in Vereinen erläutert und übergeben.
![]() |
![]() |
![]() |
Zusammenfassung
Den Verantwortlichen der o.g. beteiligten Organisationen konnte abschließend eine Präsentation der baulichen Maßnahmen und Ergebnisse einschließlich der verschiedenen Maße und Grundrisse vorgelegt und übergeben werden. Der Unterzeichner betonte insbesondere den Modellcharakter des Fußball- und Handball-Kleinspielfeldes für Schulen und Vereine in Eritrea, u.a. auch für das Futsalspiel, sowie besondere Einzelheiten der verschiedenen Geräte:
- vandalismussicheres Netz für das Fußball-/Handball-Kleinfeldtor,
- geräuscharmes Basketball-Spielbrett aus Metall,
- verstärkter Basketballring mit Kettennetz,
- Volleyballpfosten mit Stufen zur vereinfachten Anbringung des Netzes
und
- transportable Minitore für das Spiel ohne Torwart.
Dem Botschafter der Bundesrepublik in Eritrea, Herrn Alexander Beckmann, konnte in einem abschließenden Gespräch gemeinsam mit Herr Figge das Vorgehen (u.a. auch die Beschäftigung von Werkstätten) und die Ergebnisse erläutert werden. Er schrieb dazu in einer e-Mail vom 25.10.2007 wie folgt:
„Ich freue mich, dass Sie…Ihr Projekt trotz der Kürze der Zeit
erfolgreich abschließen konnten. Für ihr Engagement möchte
ich mich sehr herzlich bei Ihnen bedanken. Sie haben damit nicht nur für
die Kinder und Jugendlichen etwas Gutes getan, sondern auch einen wichtigen
Beitrag für die deutsch-eritreischen Beziehungen geleistet. Ich würde
mich freuen, wenn wir die Zusammenarbeit fortsetzen und Sie noch einmal
in Eritrea begrüßen könnten.“
Frankfurt am Main, den 29.10.2007 Klaus Blessing